Mobbing und neugierige Nachbarn. Auch darum geht es in den Psalmen. Sechs Texte aus dem biblischen Buch stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Bagbander Bibelwoche, die zwischen dem 30. Januar und 5. Februar stattfindet. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird erstmals der neue Superintendent des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Aurich, Tido Janssen, einen Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche des Ortes leiten (31.01.). Insgesamt sechs Prediger und elf Chöre beteiligen sich an der theologischen Themen-Woche. Beginn ist von Montag bis Freitag jeweils um 19.30 Uhr, am Sonntag um 10 Uhr. Den Eröffnungsgottesdienst am 30. Januar hält Pastor Bernd Battefeld aus Strackholt. Die Bibelwoche gehört zu den Höhepunkten im Jahresprogramm der Kirchengemeinde Bagband. Im Februar 2011 haben allein an den fünf Abendveranstaltungen – trotz der widrigen Wetterverhältnisse – weit mehr 500 Besucher teilgenommen.
Die Psalmen – brandaktuelle Inhalte trotz steinalter Erfahrungen
Die alttestamentliche Psalmen-Sammlung von 150 Liedern und Gebeten – alle vor mehr als 2.000 Jahren verfasst – gehört bis heute zu den beliebtesten biblischen Büchern. Obwohl mit steinalten Erfahrungen gespickt, klingen deren Inhalte nach wie vor brandaktuell. Sie thematisieren Versagensängste und Aha-Erlebnisse, Mobbing und neugierige Nachbarn, Heilung und Glaubensfreude. Die Anziehungskraft der Psalmen ist unter anderem auf diese lebensnahe Bilder und Bitten zurückzuführen, in denen sich bis heute Menschen mit ihren Sorgen und Sehnsüchten wiederfinden. Darin liege die einzigartige Stärke und der besondere Segen dieser Texte, schreibt die evangelische Theologin Dorothee Sölle (1929-†2003). „Der Psalm ist ein Formular, und du sollst deinen Namen eintragen und deinen Schmerz, deine Freude und dein Glück und deine Ängste und alles, was du liebst.“ Der Gott Israels ist Adressat von Jubel und Jammer in den Psalmen. Viele zeugen von der Erhörung dieser Bitten. Bis heute gehören die alttestamentlichen Gebete und Lieder zum festen Bestandteil in den evangelischen wie katholischen Gottesdiensten.

